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Variable Darlehen sind aktuell sehr günstig

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrem Zinsschritt vom 02. April 2009 ein mittlerweile historisches Tief markiert. Der Leitzins liegt jetzt bei nur noch 1,25%. Trotz dieses Tiefs hatten viele Experten einen weitaus größeren Zinsschritt erwartet, denn die derzeitige Wirtschaftskrise hat Europa stark im Griff. Da viele Wirtschaftswissenschaftler erst von einer Erholung der Konjunktur zum Ende des Jahres 2009 ausgehen, wird die EZB ihre Leitzinsen in einer ihrer nächsten Sitzungen vermutlich nochmals senken.

Was viele Sparer aufgrund der niedrigen Renditen ärgert, freut Kreditnehmer, denn auch deren Konditionen sinken mit der Reduzierung der Leitzinsen. Allerdings ist zu beachten, dass die Zinssätze nicht aller Darlehen gleichermaßen sinken. Vor allem die Zinsen für langfristige Annuitätendarlehen, deren Konditionen sich vornehmlich nach Angebot und Nachfrage ermitteln, sinken trotz starker Senkung der Leitzinsen nur wenig. Der Grund hierfür ist natürlich zum einen in der derzeitigen Ertragssituation der Banken zu sehen, aber auch in der immer weiter zunehmenden Staatsverschuldung im Euroraum. Hierdurch steigt die Nachfrage nach langfristigen Darlehen, obwohl das Angebot nahezu konstant bleibt. Die Baugeld-Zinsen für 10jährige Annuitätendarlehen werden in den kommenden Wochen und Monaten daher eher seitwärts tendieren.

Ein anderes Bild zeichnet sich jedoch bei variabel verzinslichen Darlehen ab. Die Konditionen variabler Darlehen werden nicht, wie bei den fest verzinslichen Annuitätendarlehen, über einen bestimmten Zeitraum garantiert, sondern können sich jederzeit verändert. Die Zinssätze von variablen Darlehen sind in der Regel an den Euribor gekoppelt. Der EURIBOR, die Interbank Offered Rate, ist ein Zinssatz, zu dem sich die Banken in Europa untereinander Geld verleihen. Er ist einer der wichtigsten Zinssätze für variabel verzinsliche Anleihen. Der Euribor gilt dabei für unterschiedliche Laufzeiten von einer Woche bis zu zwölf Monate. Für variable Darlehen gilt bei den meisten Banken der 3-Monats-Euribor. Steigt der Euribor, steigt auch der Zins für das variable Darlehen, sinkt er jedoch, reduziert sich auch die Zinsbelastung und somit die gesamte Monatsrate.

Alle Kreditnehmer, die in der aktuellen Marktlage mit gleichbleibenden oder eher sinkenden Baugeld-Zinsen rechnen, sollten daher für einen Teil ihrer Immobilienfinanzierung anstatt des Festzinsdarlehens ein variabel verzinsliches Darlehen nutzen. Vor allem im Hinblick auf weitere mögliche Senkungen der Leitzinsen können die Kosten mit variablen Darlehen erheblich reduziert werden.

Variabel verzinsliche Darlehen haben dabei noch einen Vorteil, der vor allem für Darlehensnehmer interessant ist, die flexibel bleiben wollen. So sind Sondertilgungen bei variablen Darlehen jederzeit möglich, auch können sie mit einer Frist von drei Monaten gekündigt und zurückgezahlt oder umgeschuldet werden. Bei möglicherweise steigenden Marktzinsen ist damit die Umwandlung in ein fest verzinsliches Annuitätendarlehen kurzfristig und kostenlos möglich. Somit wird auch das Risiko steigender Marktzinsen reduziert.

Die Konditionen von variabel verzinslichen Darlehen unterscheiden sich von Institut zu Institut. In der Regel wird auf den aktuell geltenden Euribor ein Zinsaufschlag von 1,00% vereinbart. Somit liegen die Konditionen für variable Darlehen derzeit bei ca. 2,4% p.a. Im Vergleich hierzu werden 10jährige Annuitätendarlehen für ca. 4,0% p.a. vermittelt.

Für variable Darlehen berechnen die meisten Banken eine einmalige Bearbeitungsgebühr von 1,0% der Darlehenssumme. Hinzu kommen Kontoführungsgebühren von etwa 10 Euro pro Jahr.


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