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Baugeld-Zinsen trotz hoher Inflation wieder günstiger

Die Entwicklung der Baugeld-Zinsen ist sowohl für Bauherren und Hauskäufer, aber auch für Anschlussfinanzierer eine wichtige Größe. Schließlich sind die Baugeldzinsen der Ausschlag für die Kosten der Eigenheimfinanzierung und somit auch für die Höhe der monatlichen Belastung.

Als die EZB im Juli 2008 ihren Leitzins auf 4,25% erhöhte, um der hohen Inflation in Europa zu begegnen, stiegen auch die Zinsen für das Baugeld. Viele Baufinanzierer machen sich nun Sorgen um die weitere Entwicklung, denn die Inflation verharrt auf einem sehr hohen Niveau.

In den letzten Tagen sind die Renditen an den Zinsmärkten sowohl in Europa als auch in den USA jedoch wieder deutlich gesunken. Der Grund hierfür sind in erster Linie die eher schlechten Konjunkturdaten, die vor allem für Europa eine schnelle und deutliche Abkühlung des Wirtschaftswachstums erwarten lassen. Ausschlaggebend für die gesunkenen Erwartungen sind sowohl der Konjunktureinbruch in den USA als auch die seit Monaten hohe Inflation. Diese verhindert zum einen den Anstieg der Binnennachfrage, da Privatpersonen aufgrund stark gestiegener Rohstoff- und Lebensmittelpreise nur noch wenige Mittel zur Verfügung haben. Zum anderen wird aber auch die Exportnachfrage gedämpft, was vor allem Deutschland als Exportweltmeister belastet. Selbst die Länder in Asien, die in den vergangenen Jahren Wachstumszahlen von mehr als 8% p.a. vorweisen konnten, müssen künftig mit einer Abschwächung rechnen. Dies führte dazu, dass sich bereits in den letzten Tagen der Ölpreis und somit die Inflationssorgen verringert haben.

All diese Gründe sorgen dafür, dass Wirtschaftsexperten keine Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank erwarten, wodurch sich die Konditionen von Anleihen neu positioniert haben. Die Zinskurve tendiert somit abwärts, was auch die Baugeld-Zinsen, die in der Regel langfristig vereinbart werden, ebenfalls hat sinken lassen.

Trotz des aktuellen Tiefs der Baugeldzinsen sollten Bauherren und Finanzierer sich nicht darauf verlassen, dass weitere Senkungen der Baugeld-Zinsen folgen werden. Vielmehr ist die Inflation trotz gesunkener Rohstoffpreise nach wie vor auf einem historischen Hoch, gleichzeitig wertet der Dollar gegenüber dem Euro stark auf, wodurch auch die Importgüter wieder teurer werden. Die EZB wird daher in den kommenden Monaten weiterhin wachsam auf die Inflation achten, die Zinsen werden wohl seitwärts tendieren.

Die derzeit günstigen Baugeld-Zinsen sollten daher möglichst jetzt genutzt werden, zum Beispiel durch Immobiliendarlehen mit langer Bereitstellungszeit. Durch die flache Zinskurve ist es zudem möglich, lange Laufzeiten von 10-15 Jahren für einen relativ geringen Aufpreis zu erhalten. Auch Anschlussfinanzierer können bereits jetzt handeln, und zwar indem sie Forward-Darlehen, die bis zu fünf Jahre im Voraus abgeschlossen werden können, nutzen.


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